Pflanzenöle in der Naturkosmetik

So findest du das perfekte Öl für deine Haut

Die Wirksamkeit einer jeden Creme, Lotion oder Salbe steht und fällt mit der Qualität ihrer Inhaltsstoffe. Eine besondere Rolle bei der Formulierung von Kosmetikprodukten spielen Pflanzenöle. Mit ihrem hohen Gehalt an Vitaminen und Fettsäuren bilden sie die Basis von natürlichen Pflegeprodukten für Haut und Haar. Im Bereich der DIY-Kosmetik erfreuen sie sich großer Beliebtheit. Wir stellen dir die bekanntesten pflanzlichen Öle samt ihren Eigenschaften vor. Zudem verraten wir dir, welche Kriterien du beim Kauf beachten solltest.

Die Eigenschaften von Mandelöl, Arganöl & Co.

Beim Thema Pflanzenöle ist es oft ihre feuchtigkeitsspendende Wirkung, die im Fokus steht. Tatsächlich sind die Fette eine Wohltat für trockene, spannende Haut im Gesicht und am Körper. Sie eignen sich jedoch auch für empfindliche, reife und – entgegen der allgemeinen Annahme – sogar für fettige Hauttypen. Ein Fett zur Behandlung fettiger Haut: Was paradox klingt, ist durchaus effektiv. Die Erklärung ist, dass jedes Pflanzenöl bestimmte Vorzüge aufweist. Sie zu kennen ist entscheidend, um die passende Variante für die individuellen Hautbedürfnisse zu finden. Die Eigenschaften des jeweiligen Pflanzenöls sind hierbei von besonderer Bedeutung.

Zu ihnen zählen die folgenden drei Merkmale:

1. Lichtexponiertheit

Die Lichtempfindlichkeit eines Pflanzenöls bestimmt die Art von Kosmetikprodukten, für die es sich eignet. Manche Öle überstehen direkte Sonneneinstrahlung problemlos, andere reagieren mit Oxidation. Letztere sind für Tagescremes ungeeignet und sollten daher ausschließlich bei nächtlichen Pflegeprodukten zum Einsatz kommen.

2. Spreitverhalten

Das Spreitverhalten gibt an, wie leicht sich ein Öl verteilen lässt und wie schnell es in die Haut einzieht. Im Bereich der Naturkosmetik erfolgt die Einteilung nach dem Verfahren von Heike Kläser, das jedes Pflanzenöl in die Kategorien niedrigspreitend, mittelspreitend und hochspreitend einteilt. Niedrigspreitende Öle (z. B. Rizinusöl) ziehen nur langsam ein, verfügen im Gegenzug jedoch über eine langanhaltende Pflegewirkung. Ihnen gegenüber stehen hochspreitende Öle (z. B. Kokosöl und Babassuöl), die schnell einziehen und ihre pflegenden Eigenschaften nur kurzzeitig entfalten.

3. Komedogenität

Ein Öl gilt als komedogen, wenn es porenverstopfend wirkt. Varianten mit dieser Eigenschaft sind für unreine Haut ungeeignet. Gleichzeitig sind sie äußerst reichhaltig und somit ideal zur Pflege von trockener und reifer Haut.

Welches Pflanzenöl eignet sich für meinen Hauttyp?

Bevor du dich für ein pflanzliches Öl entscheidest, solltest du dich mit den individuellen Besonderheiten deiner Haut vertraut machen. Während spannende, juckende Partien ein Indiz für trockene Haut sind, macht sich unreine Haut durch Rötungen und Pickel bemerkbar. Nachdem du deinen Hauttyp bestimmt hast, ist die Wahl des passenden Pflegeöls simpel.

 

Trockene Haut

Bei diesem Hauttyp steht der Schutz der natürlichen Hautbarriere im Vordergrund. Ziel ist, den Feuchtigkeitshaushalt der Zellen wiederherzustellen und einen erneuten Feuchtigkeitsverlust zu verhindern. Ideal sind reichhaltige Öle, die tief in die Hautschicht eindringen und über eine konstant hohe Pflegewirkung verfügen.

Gut geeignet: Olivenöl, Leinöl, Sheabutter.

Empfindliche Haut

Gereizte Partien und ein unangenehmes Hautgefühl sind unverkennbare Indikatoren für empfindliche Haut. Sie benötigt beruhigende Pflegestoffe, um zu ihrem natürlichen Gleichgewicht zurückzufinden. DIY-Naturkosmetik ist sehr gut geeignet, da die Liste an Inhaltsstoffen kurz ist. Für die optimale Wirkung eignet sich eine Mischung aus Pflanzenölen und entzündungshemmenden Blüten.

Gut geeignet: Kokosöl, Mandelöl, Hanfsamenöl.

Unreine und fettige Haut

Bei diesem Hauttyp befreien sich die Zellen regelmäßig von Giftstoffen, sodass die Poren verstopfen. Das Resultat ist eine übermäßige Talgproduktion, die einen deutlichen Fettfilm im Gesicht verursacht. Hinzu kommen Pickel und Mitesser. Bei dieser Haut ist es essenziell, das Gleichgewicht zwischen gründlicher und übermäßiger Reinigung zu finden.

Gut geeignet: Jojobaöl, Sonnenblumenöl, Distelöl.

Reife Haut

Mit zunehmendem Alter sinkt die Eigenproduktion von Kollagen und Elastin. Die Haut verliert an Spannkraft und Elastizität, der Teint wirkt fahl und müde. Die gute Nachricht: Mit den richtigen Ölen kann diesem Prozess entgegengewirkt werden. Im Fokus steht die Feuchtigkeitsversorgung und die Versorgung mit essenziellen Nährstoffen.

Gut geeignet: Arganöl, Traubenkernöl, Granatapfelöl.

Für diese DIY-Kosmetikprodukte kannst du Pflanzenöle verwenden

Du weißt nun, dass es das eine, perfekte Öl nicht gibt. Es gilt vielmehr, die optimale Variante für deinen Hauttyp zu finden. In einem zweiten Schritt solltest du dich mit den verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten vertraut machen. Du kannst die Öle entweder pur auf die Haut auftragen oder sie mit anderen Wirkstoffen mischen.

Pflanzliche Öle veredeln die folgenden Pflegeprodukte:
 
  • Gesichtscremes für Tag und Nacht
  • Körperlotionen für sanfte Haut
  • Seren zur Minimierung von feinen Linien und Trockenheitsfältchen
  • Masken zur Linderung von Rötungen
  • Tonics zur Behandlung von Unreinheiten

Störe dich bei der Suche nach Rezepten für selbst hergestellte Naturkosmetik nicht an den Begrifflichkeiten. Jojobaöl wird beispielsweise in vielen Anleitungen als Jojobawachs bezeichnet, da es sich streng genommen um flüssiges Wachs handelt. Sofern du die Art des Öls auf die Bedürfnisse deiner Haut abstimmst, sind die pflegenden Fette eine wertvolle Zutat für deine DIY-Kosmetik.